Ziele der Bürgerinitiative und Gegenvorschläge zum Vorfristigen Bebauungsplan
der Stadtverwaltung Markranstädt in Vorbereitung des B-Planes


1. Ziel

Wir, die Bürgerinitiative „Pro Kulki, kontra Bebauungswahn - Bürger für Markranstädt” stehen für
die Erhaltung des Kulkwitzer Sees und seine Umgebung als Naherholungsgebietes.

Wir stehen für die verantwortungsvolle und sensible Nutzung des Wassers und der Uferbereiche, die sowohl
die Bedürfnisse der Natur als auch der Bürger langfristig und nachhaltig berücksichtigt.

Wir sind gegen jede weitere Privatisierung oder neue Verpachtung von Flächen am Kulkwitzer See.
Die ansässigen Vereine haben Bestandsschutz.

Wir wollen, dass unserer Stadtverwaltung mit dem Stadtrat, den Ortschaftsräten und mit uns Bürgern
einen endgültigen B-Plan erstellt, der dem Naherholungscharakter des Kulkwitzer Sees Rechnung trägt und der
die unverwechselbare Natur mit seiner Fauna und Flora schützt und nicht zerstört.

Wir sind bereit, mit Ideen und Vorschlägen an der Erarbeitung mitzuwirken, verneinen aber die Entscheidung Tourismus statt Natur.

2. Vorschläge

Ein B-Plan, den die Bürgerinitiative mitgestalten will, beinhaltet.:

1. Die in den letzten 30 Jahren entstandene Natur am und um den Kulkwitzer See bleibt erhalten und wird geschätzt.
2. Die langfristige Erhaltung der Wasserqualität wird gesichert.
3. Die Naherholungsmöglichkeit wird vorrangig für die Bewohner der umliegenden Städte und Gemeinden berücksichtigt.

4. Eine weitere Versiegelung von Naturfläachen wird weitestgehend vermieden (z. B. kein Asphaltieren des Uferweges,
keine Errichtung von Gebäuden im Uferbereich, auf dem See und den ufernahen Bereichen, kein Anlegen weiterer Parkflächen, etc.)
5. Die derzeit frei zugänglichen Uferbereiche werden weiterhin für die Öffentlichkeit jederzeit frei zugänglich belassen.

6. Die bestehenden Naherholungsmöglichkeiten werden qualitativ aufgewertet (z. B. Gelände der ansässigen Vereine,
Holzpiratenspielplatz, Bolzplatz, Beachvolleyballfeld, Grillplatz, Errichtung von Sitzgelegenheiten am Uferweg. Dabei wird auf den anwohnernahe Bereich besonders geachtet.
7. Der Holzspielplatz wird so geschützt, dass keine vorbeigeführte Straße die Sicherheit der Kinder beeinträchtigt. Die Straßenführung zur Sauna ist demnach neu zu überdenken. Der zerstörte Weg wird für Radfahrer und Fußgänger wieder erneuert.

8. Auf den Wiesen vor dem Uferbereich beispielsweise ein Park mit einen kleinen Waldbereich mit Bänken geschaffen wird. Das Anlegen eines Naturpfades für Kinder würde hier ausdrücklich unterstützt werden.
9. Maßnahmen getroffen werden, die zur Freihaltung der Uferbereiche und des Sees von Müll und Fäkalien beitragen (z. B. durch Errichtung ausreichender Papier-, Müll- und Hundekotbehälter sowie Errichtung einer öffentlichen Toilettenanlage),

10. Das Regenauffangbecken auch als Biotop erhalten bleibt.
11. Der Parkplatz vor der Ostsiedlung wird mit geräuschdämmenden Belag befestigt wird.
12. Die Karlstraße mit einem Halte- und Parkverbot zu versehen ist. Das Befahren der Straßen der Ostsiedlung ist nur Anwohner oder Versorgungsfahrzeugen vorbehalten.

13. Mit dem B-Plan ein Kosten-Nutzen-Konzept erstellt wird.
14. Für jede im B-Plan vereinbarte Maßnahme, die Natur zerstört, im Gegenzug Ausgleich - Maßnahmen geplant werden.
15. Der B-Plan Westufer des Kulkwitzer Sees mit dem Stadtentwicklungskonzept der Stadt Markranstädt abgestimmt wird und nicht übergeordnete Plänen widerspricht. 16. Die langfristige Betreibung und Erhaltung geplanter Vorhaben sicher stellt wird,

17. Gleichermaßen die Bedürfnisse der Anwohner wie der erholungssuchenden Bürger berücksichtigt werden,
18. Eine unmittelbare Abstimmung zum B-Plan der Stadt Leipzig für die Grünauer Seite erfolgt und die dort geplanten Maßnahmen mit einbezieht.

3. Ausblick

Die Bürgerinitiative „Pro Kulki, kontra Bebauungswahn - Bürger für Markranstädt” lehnt

  • eine zusätzliche touristische Nutzung zu der auf der Grünauer Seite bestehenden wegen der Beeinträchtigung der Wasserqualität ebenso ab
  • wie die Ansiedlung von zusätzlichen Veranstaltungsmöglichkeiten (wie Seebühne, Veranstaltungszentrum) wegen des Überangebotes in Markranstädt vorhandener Veranstaltungsräume.
  • Mit der Äußerung von Frau Bürgermeisterin Radon:

    „Zu den Zielstellungen gehört die Entwicklung eines Bereiches mit Fördergeldern für den Tourismus, der über die Naherholung hinaus geht.” können wir uns in keiner Weise einverstanden erklären, da dies weder mit der langfristigen Erhaltung des Sees noch mit den Bedürfnissen der Anwohner und Naherholungssuchenden in Einklang zu bringen ist.

    Fördermittel sollen in erster Linie für die Bedürfnisse der Einwohner genutzt werden. Eine touristische Ansiedlung nutzt keinen Einwohner Markranstädt etwas. Im Gegenteil.

    Zu fördernde Bereiche sind in der Ansiedlung von Gewerbe und Handel gegeben, zu dem noch Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch die Gestaltung der Leipziger Straße wäre ein attraktives Betätigungsfeld.

    Beides sind Wünsche Markranstädter Bürger, die mit der Bürgerbefragung 2006 festgestellt wurden.